Newsletter aus Deutschland
Geschrieben von Gerundt am 30.04.11 um 12:00 Uhr • Artikel lesen
Hey,
mittlerweile bin ich wohl nur noch ein paar Minuten von euch weg und trotzdem schreibe ich noch einmal eine kurze Nachricht um zu beschreiben, was in der Zeit zwischen Azoren und jetzt passiert ist.
Ein paar Tage, nachdem wir Horta verlassen hatten, erreichten wir ein altbekanntes Ziel: Falmouth in England. Bereits auf der Hinreise hatten wir dort einen kurzen Stopp eingelegt. Es war schon ein komisches Gefühl, wieder durch bekannte Straßen zu laufen und man merkte nun auch deutlich, die „Heimat“ rückt näher!
Nach kurzem Aufenthalt ging es auch schon weiter, doch nun unter Schülerführung! Die dritte und letzte Schiffsübergabe hatte begonnen. Ich hatte das Glück mein Amt zu bekommen, für das ich mich beworben hatte und so fuhr ich für 6 Tage als Projektleitung mit.
Alles lief gut, doch viel zu schnell. Schon lagen wir wieder in Brunsbüttel, also wieder in Deutschland. Nach 6 Monaten ist es schon wieder etwas Besonderes in einen Aldi zu gehen, selbst wenn es nur Aldi Nord ist.
Wir lagen zwei Tage in Brunsbüttel, die wir hauptsächlich dem Schiff widmeten. Wir malten, beseitigten Rostläufer und putzten uns kaputt.
Doch auch das ging schnell vorbei und wir starteten zur letzte „Seeetappe“ einmal durch den Nord-Ostsee Kanal.
Nun war auch schon der letzte Abend an Bord nichts mehr in ferner Zukunft, sondern etwas, was uns nochmal ordentlich zu tun gab. 6 Gänge wollten zubereitet werden, kulturelle Beiträge, in Form von Liedern oder einfach nur Sketchen, geprobt werden: Unser Captains-Dinner war ein rundum gelungener Abschluss. Nebenbei musste auch alles gepackt und fertig sein, dann am nächsten Tag, also Samstag, den 23.4. früh um 11 Uhr sollten wir in Kiel einlaufen.
Der große Tag kam – und ging.
Ein paar Reden, alles Gepäck verladen, verabschieden und dann Autofahrt. Das war der Tag, der seit Wochen in unseren Gedanken kreiste...
Ankommen zu Hause ist komisch. Eigentlich freuen sich alle, dich zu sehen und fragen dich, wie es so war. Eine Frage, die schwer zu beantworten ist. Wenn am Tag 10 Menschen auf dich zukommen und begeistert bitten: „Erzähl mal!“ Was tun? Wo anfangen? Man kann dieses halbe Jahr nicht in 5 Minuten nacherzählen.
Aber gut, mit viel Zeit werden auch viele Erlebnisse erzählt werden. Es hat natürlich durchaus auch Vorteile, wieder daheim zu sein. Sicher, die Thor bietet alles, doch nach 6 Monaten freut man sich doch fast wieder etwas auf deutschen Luxus. Auch der Platz, der einem hier zur Verfügung steht, ist mit dem halben Quadratmeter auf der Thor nicht zu vergleichen.
Ein halbes Jahr Klassenzimmer unter Segeln – das ist mit nichts zu vergleichen, die vielen verschiedenen Kulturen, die bereisten Länder, das Leben auf dem Schiff, einmalige Erlebnisse in einer tollen Gemeinschaft – die absolut coolste Zeit meines Lebens!
Gespannt bin ich jetzt noch was der erste Schultag bringt.
Soweit zu meinen Newslettern aus der Welt.
Ich hoffe, ich konnte euch halbwegs auf dem Laufenden halten und ihr habt einen Teil von dem, was ich gesehen habe, aus erster Hand erzählt bekommen oder auf Bildern gesehen.
Ich freue mich darauf, mich mit euch bald wieder richtig zu unterhalten ;)
Man sieht sich
Felix Amler
Kuba und Bermudas
Geschrieben von Gerundt am 19.03.11 um 21:00 Uhr • Artikel lesen
Hey hey,
zum ersten Mal seit langer Zeit mal wieder ein Lebenszeichen von mir. Kuba war zwar total klasse, was Internet angeht aber ein ziemlich großes Loch. Deshalb kommt erst jetzt der "Kuba-Bericht".
Angekommen sind wir in Maria la Gorda. Mittlerweile liegt das so lange Zeit zurück...
Das Programm für die ersten Tage war... Die Fahrradtour. Endlich mal wieder Sport, perfekt! Wir machten also gleich am ersten Tag an Land die ganzen Räder klar und planten die Tour, die uns bis nach Pinar del Rio führen sollte. Am zweiten Tag in Kuba ging es bereits los. Wir sagten ade zu dem
Luxus im 4-Sterne-Hotel Maria la Gorda und fuhren mit den Rädern los. Uns wurde schnell klar, dass das kein Spaziergang werden würde. Erstens sind 86 km auf Kubas "Straßen" mit dem Fahrrad sowieso schon schwer und wenn dann auch noch Schüler fahren, deren Sport seit 4 Monaten aus
Tampen durchholen besteht, könnte das eventuell zu kleineren Problemen führen. Ein Reisebus begleitete uns die gesamte Tour, genauso wie mindestens zwei motorisierte Polizisten, die uns den Verkehr vom Leib hielten.
Die Tour endete in Pinar del Rio, von da an standen uns nur noch kleinere Touren bevor. Wir fuhren noch für einige Tage nach Vinales und besuchten in der Zeit auch die Tabak Cooperative. Dann war die Tour auch schon vorbei, wir verschenkten die Räder an Schüler der Frederico-Engels-Schule, die wir auch zwei Tage lang besucht hatten.
Weiter ging es mit dem Bus nach Havanna und von dort aus sofort weg in alle Teile Kubas. Wir hatten bereits im Vorfeld 6 Kleingruppen gebildet, die aus 5-6 Schülern und 1 Lehrer bestanden und fuhren nun alle in verschiedene Landesteile. Felix L. und ich flogen mit unserer Gruppe zur Isla de la Juventud.
Auf der Website www.kus-projekt.de stehen ausführliche Berichte über alle Exkursionen. Hier eine Zusammenfassung des Textes über unseren Aufenthalt auf der Insel, den ich mit Felix L. verfasst habe:
Die Isla de la Juventud mit ihren 70 000 Einwohnern liegt im Südwesten Kubas und ist am besten mit dem Flugzeug zu erreichen. Das bedeutete allerdings, dass wir bereits um 4 Uhr aufstehen mussten. Um kurz nach 5 Uhr erreichte unsere noch sehr verschlafene Kleingruppe Terminal 3 des José-Marti-Flughafens. Da von diesem Terminal aus nur Inlandsflüge starten, waren wir die einzigen Nicht-Kubaner in der Halle. Um kurz vor 8.30 Uhr wurde endlich der Flug nach Nueva Gerona, der größten Stadt der Insel, aufgerufen und wir konnten über das Rollfeld zu einer kleinen, zweimotorigen Propellermaschine laufen. Innen war es ziemlich eng, da außer uns noch ungefähr 25 andere kubanische Fluggäste an Bord waren.
Für uns 2 Felixe war es ungeheuer aufregend, da wir zum ersten Mal flogen. Dementsprechend aufgeregt waren wir auch, als der Flieger zur Startbahn rollte. Doch dann ging alles ganz schnell. Abheben, Kuba fliegt unter einem hinweg, dann waren wir auch schon über dem Meer, sahen einige kleine Inseln und erreichten nach gefühlten 10 Minuten sicher den kleinen Flughafen, der ca. 5 km außerhalb von Nueva Gerona liegt. Mit zwei Taxen ging es zu unserem Casa. An diesem ersten Tag schlenderten wir noch durch die Stadt. Wir merkten sofort, dass nur wenige Touristen die Insel besuchen und die Leute sehr nett und kontaktfreudig waren.
Am zweiten Tag fuhren wir mit einer der vielen Pferdekutschen zur “Finca del Arbra”, einer Farm in der Nähe Nueva Geronas, auf der der kubanische Nationalheld José Marti in seiner Jugend einige Zeit gelebt hat. Das etwas außerhalb der Stadt gelegene Gebäude beinhaltet ein ziemlich interessantes Museum über José Marti, sein Leben hier auf der Finca und die Geschichte des Anwesens. Wir bekamen sogar eine kostenlose Führung.
Zurück in der Stadt besuchten wir ein weiteres kleines Museum im alten Rathaus. Die Ausstellung erstreckte sich von der Geschichte der Insel über berühmte Piraten bis hin zu einer Bildergalerie.
Am dritten Tag fuhren wir mit einer komplett überdachten Kutsche zum Presidio Modelo. Das Gefängnis, in dem Fidel Castro, sein Bruder Raul und andere Moncadisten (Bezeichnung für die Leute, die an dem Sturm auf die Moncada-Kaserne, dem Beginn der Revolution, beteiligt waren)
eingesessen haben. Allein die Fahrt zum Museum war ein einmaliges Erlebnis. Mit der Kutsche durch die schöne Landschaft der Insel zu fahren und dann schließlich die Einfahrt in das Gelände des
Gefängnisses zu sehen, war gigantisch. Die ganze Anlage ist einfach Wahnsinn. Die nach US-Vorbild gebauten Gebäude sind so konzipiert, dass ein Wärter möglichst viele Gefangen beobachten und in Schach halten kann. Das funktioniert so: Das Gebäude ist rund und hat etwas von einem Kolosseum, denn in der Mitte ist einfach nichts. Ein überdachter runder Platz, in dessen Zentrum ein Wachturm steht. Die Gefangenen lebten rund um den Platz, quasi in der Mauer, auf unterschiedlichen Stockwerken. Nach innen hin sind alle Etagen offen, so dass der Wächter alles sehen konnte. Jedes Zimmer besitzt ein Waschbecken und ein Klo und beherbergte 2 Gefangene. Innerhalb des
Stockwerks konnten sich die Gefangen frei bewegen. Das heißt, man teilte sich eine Etage mit ungefähr 200 anderen Schwerverbrechern und es gab keine einzige Tür und keine Privatsphäre. Vielleicht ist das einer der Gründe, weshalb in dem Gefängnis jährlich etwa 400 Insassen starben. Insgesamt lebten 950 Gefangene in einem „Kolosseum”. Geplant waren 8 solcher Gebäude, doch gebaut wurden nur 4 und eine große „Mensa” in der Mitte, in der 3000 Gefangene gleichzeitig Essen
konnten.
Da unser Ziel des nächsten Tages, ein botanischer Garten und eine Krokodilfarm, mit gemieteten Fahrrädern nicht zu erreichen war, nahmen wir uns ein altes rotes Chevrolet-Taxi (Baujahr ‘57), das die etwa 70 km in etwa 1,5 Stunden bewältigte. Die Fahrt an sich war schon abenteuerlich, da
das ganze Auto wackelte und wir uns nicht sicher waren, ob nicht beim nächsten Schlagloch die Türen aufgehen würden, oder ob sich nicht irgendein anderes Teil des Wagens verabschieden würde. Nachdem wir aber auch das letzte Stück Strecke über einen hubbeligen Feldweg am Rande eines Sumpfgebietes heil überstanden hatten, waren wir vor einem einstöckigen Haus angekommen. Daraus kam auch gleich ein Mann in grüner Arbeitskleidung und einer Machete unterm Arm an und begrüßte uns. Er bot uns eine Führung über die Krokodilaufzuchtstation an und mit Hilfe unseres Taxifahrers, der sich netterweise voll für uns einsetzte, gelang es uns auch, einen akzeptablen Preis heraus zu handeln. Die Führung begann bei kleinen Gehegen mit niedrigen Betonmauern, in denen recht kleine Tiere von 1 bis 3 Jahren Alter untergebraucht waren. Wir durften sogar eines davon anfassen. Dabei ließ sich feststellen, dass die ledrige Krokodilhaut richtig kalt ist, was man so eigentlich gar nicht erwartet. Die Führung ging weiter und erstreckte sich noch über das gesamte Gelände. Unser Weg führte zwischen vielen kleineren und größeren Weihern und Tümpeln hindurch,
von denen einige umzäunt waren. In diesen Gehegen fanden sich immer größere Krokodile. Die größten waren einige Meter lang und zwischen 50 und 60 Jahre alt. Auf dem Rückweg zu unserem Taxi fanden wir auch noch eine etwa faustgroße Süßwasserkrabbe auf dem Weg.
Zurück am Auto machten wir uns auf zum botanischen Garten in Santa Fe, etwa 30 km südlich von Nueva Gerona. Der einstmals sicherlich beeindruckende Garten ist leider durch 2 Zyklone etwas in
Mitleidenschaft gezogen worden. Allerdings boten sich uns trotzdem noch einige sehr schöne Bilder und Pflanzen. Nach einer kurzen Tour durch die Anlage stellten wir unserem Taxifahrer die Fragen unseres Politikfragebogens. Dabei stellte sich heraus, dass er überzeugter Kubaner ist, der an dem kommunistischen System hier in Kuba keine wirklichen Nachteile sieht. Es war unglaublich interessant sich mit ihm zu unterhalten, auch wenn wir nicht immer alles verstanden haben.
Die ganze Rückfahrt lang unterhielten wir uns noch mit ihm über seine Lebensgeschichte, da er mit seinen 66 Jahren die ganze Revolution miterlebt hat.
Dann stand der Tag an, auf den wir uns alle am meisten gefreut hatten: der Chill-Tag. Nach dem Ausschlafen und Frühstücken bestiegen wir den kleinen Berg direkt neben der Stadt. Die Sicht war wirklich atemberaubend. Man konnte den gesamten Norden der Insel überblicken und auch die Stadt, die sich am Fuß des kleinen Berges ersteckte, sah genial aus. Nach kurzem Aufenthalt auf 300 m ü.NN ging es wieder den Berg hinunter. Anschließend fuhren wir mit der Kutsche für ein paar Stunden an den Strand „Paradiso”. Die Zeit vertrieben wir uns mit Volleyball spielen, ein bisschen schwimmen, Ananas essen oder einfach mal nur rumliegen.
Dann war auch schon der Tag der Abreise da. Wieder mussten wir sehr früh aufstehen und zum Flughafen. Zum Glück kam das Taxi, das wir am Vortag doch noch irgendwie mit Hilfe der Casa-Besitzerin bekommen hatten, recht pünktlich und wir kamen rechtzeitig zum Einchecken zum
kleinen Flughafen. Nach einer knappen halben Stunde Flug landeten wir sicher in Havanna und fuhren mit dem Taxi in unser Hotel. Zum Abschluss lud uns Ruth auf einen Cocktail in der Bar des
Hotel Nacional de Cuba ein. Also setzten wir uns in sehr bequeme Polstersessel mit Blick auf das Meer und den Malecón, schlürften Pina Colada und hörten „Guantanamera“ und „Chan Chan“ von einer kleinen Liveband. Also die perfekte Atmosphäre, um die tolle Kleingruppenexkursion ausklingen zu lassen.
Danach verbrachten wir noch etwa 5 Tage in der Hauptstadt Kubas, an denen wir hauptsächlich die Altstadt besichtigten oder mit Deutsch lernenden Kubanern durch die Gassen streiften.
Alles in allem kann ich nur empfehlen einen Blick auf die Bilder und Berichte auf der KUS-Homepage zu werfen, denn Kuba war wohl für alle der Höhepunkt dieser Reise und viele beschrieben das Projekt als "Reise bis Kuba und zurück" in der Abschlussrunde in Havanna.
Mittlerweile sind wir ja schon wieder etwas weiter im Norden. Wir haben in 11 Tagen das Bermuda-Dreieck durchquert (und überlebt) und sind sicher vor etwa 3 Tagen auf der einsamen Riff-Insel im
Nordatlantik angekommen. Die Überfahrt war relativ unspektakulär. Super Wetter und Unterricht,
bis auf den Tag, an dem wir ablegten und ankamen. Die letzten fünf Tage lang gehörte das Schiff mal wieder den Schülern. Wir brachten das Schiff trotz "Ausfall" der GPS nur mit Astronavigation
sicher bis zu der Insel. In der letzten Nacht kam dann doch noch etwas Wind auf und wir mussten
mit voller Motorleistung gegen den Wind ankämpfen. Obwohl Bermuda nur 10 sm entfernt war, motorten wir die gesamte Nacht, ohne richtig von der Stelle zu kommen. Erst am Morgen, als das Wetter besser wurde, konnten wir im Hafen von St. George einlaufen.
Das ist seit mittlerweile 3 Tagen auch wieder Vergangenheit. Wir haben seitdem St. George erkundet, die Hauptstadt (mit gerade mal 3000 Einwohnern) besucht und einiges von der Insel gesehen. Leider ist alles sehr, sehr teuer und es gibt auch nicht so viel zu sehen. Deshalb nutzten wir die ruhigen Tage im Hafen für Schiffsarbeiten und Unterricht.
Gestern ist dann auch die Alexander von Humboldt eingelaufen und hat direkt neben uns festgemacht. Das deutsche Schiff kennt ihr wohl alle aus der Becks Werbung (Das Schiff mit den grünen Segeln).
In ein paar Tagen geht's dann schon weiter zu den Azoren, dann sind wir schon mal wieder auf europäischem Boden und auch bald wieder daheim ...
Grüße
Felix
San Blas und Panama
Geschrieben von Gerundt am 25.01.11 um 15:30 Uhr • Artikel lesen
Hey hey,
Grüße aus der neuen Welt.
Nachdem wir von Grenada ausgelaufen waren, gingen die Weihnachtsvorbereitungen richtig los. Wir probten ein Musical und alles wurde vorbereitet für unser Weihnachtsfest auf See. Es wurde dann auch wirklich ein total tolles Fest. Nicht nur das Musical, auch unser Weihnachtsmenu aus mehreren Gängen und das Verteilen der Wichtelgeschenke waren ein voller Erfolg.
Nach dem Weihnachtsfest waren wir schon recht nah am nächsten Land. Wir erreichten die San Blas Inseln, wo die Kuna-Indianer leben, am 26.12.10 noch bei Dunkelheit und außerdem bei strömendem Regen. Zum Glück blieb das Wetter nicht schlecht und wir sammelten bei den Kunas unvergessliche Eindrücke. Wir fuhren mit dem Boot auf die Inseln, um Kokosnüsse zu kaufen. Die Kuna-Frauen verwandelten das Hauptdeck der Thor in einen Basar, wo sie ihre Handarbeiten verkauften. Wir besichtigten die Inseln und wurden vom Künstler selbst durch eine Art Kunstmuseum geführt.
Insgesamt drei Tage waren wir anschließend bei den Cays Hollandes, also wieder an einem Riff. Auf der „gefegten Insel“ wollten wir eigentlich Silvester verbringen, das war aber dann doch nicht möglich. Aber auch an Bord der Thor hatten wir viel Spaß, ein buntes Programm und wieder köstliches Essen.
Nach drei Tagen schwimmen, Volleyball spielen und chillen unter Palmen mussten wir uns auf den Panama-Landaufenthalt vorbereiten. Das wurde stressig, denn wir mussten komplett von Bord ausziehen und das Boot für den Touristen-Törn vorbereiten, der während unseres Landaufenthalts stattfindet.
Unser erstes Ziel in Panama war die Regenwald-Station von Miguel. Als wir mit dem Bus den Großteil der Strecke bis zum „Dschungelcamp“ zurückgelegt hatten und uns nur noch ein paar wenige Kilometer von unserem Ziel trennten, nahmen wir unser Gepäck und stiefelten los. Miguel kam uns auf halbem Weg entgegen und versprach uns, dass wir auf den letzten zwei Kilometern im Schlamm versinken werden, denn so wie in diesem Jahr hatte es in den letzten 200 Jahren nicht geregnet. Wir mussten schwer bepackt nicht nur durch teils knietiefen Schlamm stapfen, sondern gegen Ende auch noch zwei Flüsse durchqueren. Dreckig und pitschnass (es hat natürlich zwischendrin ordentlich geschüttet) erreichten wir das Camp. Das Abendessen war dann allerdings wieder himmlisch und auch die Hütten und Betten waren wesentlich besser als erwartet. An den nächsten beiden Tagen machten wir dann Tagesausflüge durch den Regenwald, sahen Pflanzen und allerlei kleine Tiere und besuchten Wasserfälle, wo wir fischten und badeten.
Am dritten Tag hieß es dann leider schon Abschied nehmen und weiter ging‘s mit dem Bus nach Panama City. Dort besichtigten wir an einem Tag die Altstadt und am nächsten den Panama-Kanal.
Yo soy ahora a Panama en Boquete. Voy a escolera llama Habla Ya. Es muy bien aqui y estoy mucho feliz.
Wie ihr seht, wird mein Spanisch immer besser. Denn nach dem Aufenthalt in Panama City fuhren wir weiter nach Boquete. Hier waren wir in Gastfamilien untergebracht und mussten natürlich Spanisch sprechen, außerdem hatten wir jeden Tag (Dienstag bis Freitag) in der Schule (Habla Ya) sechs Stunden Spanisch. Die Klassen sind hier mit 4 Schülern und einem Lehrer etwas kleiner als bei uns und wir bekommen Spanisch intensiv.
Die für das Wochenende geplante Besteigung des Baru (höchster Berg Panamas) und das Alternativprogramm mussten wegen des unsicheren Wetters leider abgesagt werden. So verbrachten wir die Tage in Bouquete. Am Montag verließen wir die Gastfamilien und fuhren weiter zu den Naso-Indianern, also wieder in den Regenwald. Mit Einbäumen (Booten aus einem Baum) wurden wir in ihr Dorf gebracht. Dort blieben wir bis Donnerstag, dann ging’s zurück zur Thor Heyerdahl, die uns in Bocas del Toro für die Weiterfahrt nach Kuba erwartete.
Viele Grüße aus Panama!
Felix
Witwen.Dramen - Szenenfolge nach Fitzgerald Kusz
Geschrieben von Gerundt am 13.01.11 um 6:00 Uhr • Artikel lesen
„Ich brauch kein Mann. Ich brauch ne Gehilfe.“
Es ist eine ebenso unterhaltsame wie berührende Revue, die die „AG Schulspiel“ in diesem Jahr präsentiert: Männerfeindliche Witze reihen sich an nachdenklich stimmende Dialoge, anekdotisch verkürzte Episoden des Alltags werden von kleinen musikalischen Einlagen abgelöst. Statements von berühmten Witwen wie Yoko Ono oder Jackie Onassis stehen dabei ebenso im Fokus des Interesses wie authentische Kurzporträts von verwitweten Frauen, die der Öffentlichkeit namentlich nicht bekannt sind, aber die uns trotzdem allen seltsam bekannt vorkommen.
Eines aber haben alle Damen gemein: Allesamt hadern sie mit ihrem Schicksal, arrangieren sich mit ihrer Situation, kommen über den erlittenen Verlust nicht hinweg oder begießen ihn in verzweifeltem Hass gar mit einem „kleinen Feigling“.
Zur Aufführung kommen die „Witwen.Dramen“ an folgenden Terminen:
Freitag, 4. Februar 2011,
Sonntag, 6. Februar 2011,
jeweils um 19.30 Uhr in der Stadthalle in Windsbach (Jahnring 1).
Der Eintritt ist frei!
Karibik Newsletter
Geschrieben von Gerundt am 18.12.10 um 14:00 Uhr • Artikel lesen
Hey,
endlich ist die Zeit gekommen, in der ich schreiben kann, dass ich unter Palmen am weißen Strand in der Karibik liege.
Angekommen in der „neuen Welt“ sind wir am 9.12.10 gegen 1 Uhr. Wir ankerten vor der kleinen Insel „Palm Island“. Da es jedoch Nacht war, sahen wir die Grenadinen noch nicht, nur das Wasser konnten wir sehen, das mittlerweile schon eher den türkisen Karibik Touch hatte und das typische Tiefblau des Atlantiks verloren hatte.
Dafür war die Freude am nächsten Tag bei Sonnenschein riesig, als wir zum ersten Mal Palm Island bei Licht sahen. Weißer Sandstrand und jede Menge Palmen!!
Den Tag verbrachten wir dann noch damit zu feiern, also schwimmen und am Strand liegen. Dann verholten wir das Schiff nach Union Island, also zur größeren Nachbarinsel, auf der wir bis in die Nacht bei Lemis Bar feierten.
Doch zwischen diesem Tag und dem Auslaufen aus Teneriffa liegen nicht nur 3 Wochen, sondern auch ca. 1600 sm.
Da stellt sich natürlich die Frage: Was haben wir diese 3 Wochen getrieben? Die Antwort werden sich die meisten wohl denken, wir hatten Unterricht. Schließlich können wir ja nicht das ganze halbe Jahr Ferien haben. Das Schiff fährt sich aber natürlich nicht von selbst, während wir lernen, sondern es gibt zwei Gruppen (A u. B): wenn A Unterricht hat, steuert B im normalen Wachbetrieb das Schiff. Das bedeutet ziemlich viel Stress …
Aber gut, wir haben es alle überstanden und die erste große Unterrichtsphase hinter uns.
Kurz vor Einlaufen in der Karibik fand auch die erste Schiffsübergabe KUS 10/11 statt. Für uns ein recht wichtiges Ereignis. Denn alle Aufgaben, die bisher der Stamm übernahm, also Ämter wie Steuermann, Maschinist, Bootsmann, aber natürlich auch Kapitän, wurden von Schülern übernommen.
Jeder Schüler hatte die Möglichkeit, sich für ein Amt zu bewerben und der Stamm wählte schließlich aus, wen sie haben wollten.
Felix Liederer bewarb sich bei Wache 1 als Wachführer und wurde angenommen. Ich bewarb mich als Kapitän, wurde aber knapp abgelehnt. Stattdessen wurde ich Copi (= Wachführerassistent) von Wache 1.
Die Wachen und Manöver liefen unter der Aufsicht des Felix-Teams recht reibungslos, ja man kann sogar sagen, dass es bei allen Wachen super lief und die Schiffsübergabe ein voller Erfolg wurde.
Die Schiffsübergabe war sicher eines der segelmännischen Highlights bis jetzt und machte allen Schülern viel Spaß :)
Nach unserem Besuch in Palm und Union Island ging es weiter zu Tobago Cays, einem großem Riff in der Gegend.
Da es von Union Island bis zu dem Riff nur 7sm waren, fuhren wir mit Maschine und erreichten die Inselgruppe noch am späten Nachmittag des 10.12.10.
Mit Schwimmen war's noch nichts, aber wir freuten uns alle auf den nächsten Tag, an dem unsere Riff- Ferien nun endlich beginnen sollten. Von dem her ist es schon ok, dass bei euch in Mittelfranken schneefrei war. Ihr schneefrei, ich Riff-Urlaub bei 30°C :)
Schon früh am nächsten Tag sprangen die meisten ins Wasser, um etwas zu schwimmen. Da ich Backschaft hatte, kam ich erst am Mittag dazu, doch ich hatte Glück und sah bereits bei meiner ersten Runde ums Schiff ein paar Rochen.
Am Nachmittag ging's dann zum Riff. Wir fuhren mit dem 15 PS-Dinghi und dem motorlosen Beiboot (Schnulli) den restlichen Weg zum Riff und sprangen dann alle von Bord. Während die weniger geübten Schnorchler im Bereich des Riffdachs blieben und dort alles bewunderten, fuhren ich und die anderen, die schon etwas Erfahrung hatten, weiter raus bis zur Riffkante und zum Riffhang. Um die Begriffe kurz zu erklären: Riffdach ist praktisch das, wo sich das Riff erstreckt. Also recht flach und geschützt. Riffkante ist die Stelle, wo das Riff abbricht und in die Tiefe des Atlantiks abfällt. Dieser Abhang wird Riffhang genannt. Da da die Wellen aus dem Atlantik reinbrechen und kein Landschutz mehr da ist, kommt es zu recht starken Strömungen und man muss schon recht fit sein, um dagegen anzukommen.
Wir sahen auf dem Ausflug massig Fische und auch große Teile des Riffs.
Bei Hin- und Rückweg sahen wir außerdem Petit Tabac. Diese Insel kennt ihr, denke ich, alle, nur nicht mit Namen. Das ist die Insel, auf der „Fluch der Karibik“ gedreht wurde. Also die Insel, auf der Jack zweimal ausgesetzt wird und ich kann euch sagen, sie sieht genauso aus wie im Film!
Am nächsten Tag sah die Welt schon mal viel besser aus, denn ich hatte keine Wache und keine Backschaft und konnte den Tag richtig genießen. Also fuhr ich gleich zweimal zum Riff und sah wieder jede Menge Fische und Korallen.
Viel Zeit verbrachte ich auch am Strand, unter Palmen :) beim Volleyball spielen, oder Kajak fahren. Langweilig wurde mir den Tag über also nicht. Was auch gut ist, denn ich darf über diesen Tag Tagebuch schreiben.
Den Tag darauf konnten wir auch nochmal voll genießen. Zumindest bis 15:00, denn da verließen wir das Riff und segelten los in Richtung Grenada.
Früh am nächsten Morgen erreichten wir den Hafen von Grenada. Das heißt, wir konnten ab Mittag an Land und uns mal wieder in der Heimat melden!
Grüße
Felix
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